Klingt lecker – ist es aber nicht unbedingt

Von allen Lebensmitteln, die ich ungerne (bzw. niemals) zu mir nehme, hat Lakritze den mit Abstand schönsten Namen. LAKRITZE – das klingt so herrlich nach frechdachsigen Gören und Lausbuben und einem kernig-süßen Kauvergnügen und nach früher und überhaupt. Vielleicht schmeckt es ja auch danach – denjenigen, die Lakritze mögen. Mir genügt es, das Wort zu mögen und nachzuschauen, was es ursprünglich bedeutet: Es kommt nämlich von Mittelhochdeutsch „lakerize” und Althochdeutsch „lacricie”, was wiederum vom mittellateinischen „liquiricia” bzw. dem griechischen „glycyrriza” entlehnt ist. Ursprünglich kommt es von Griechisch „lycys” (süß) und „rhiza” (Wurzel) – denn Lakritze wird aus Süßholzwurzel hergestellt. Wie der Name im Grunde schon sagt, wenn man Griechisch kann. (Wer nicht Griechisch kann, mag vielleicht lieber salzige Lakritze.) Nicht verwandt ist Lakritze übrigens mit dem Wort Likör, obwohl sich die lateinische Version unter volksetymologischem Einfluss des Wortes „liquor” (Flüssigkeit) zu „liquiricia” wandelte. Wenngleich der ja auch süß schmeckt. Und ich ihn nicht mag …

17 Kommentare

  1. Andrea sagt:

    Ich mag Lakritze – manchmal. Süßholz ist gut bei (gegen) Husten, wobei ich dann auch eher Tee mit Süßholz trinke als Lakritze zu essen…

    • admin sagt:

      Den Tee kenn ich nicht – aber dass der mir schmeckt, könnte ich mir sogar vorstellen. Mit dem Hintergedanken “Hustentee” … Der “medizinische” Beigeschmack hätte da seine Berechtigung. Muss ich mir mal merken – für den nächsten Winter.

  2. Edith Nebel sagt:

    Ich liebe es, dass die allermeisten meiner Kollegen Lakritze hassen. Wenn uns dann mal ein Päckchen zuläuft, bleibt alles für Yves und mich.

    Ich glaube, heute, als erwachsener Mensch, würde ich das Zeug gar nicht erst probieren. Es schaut doch eher grauslich als appetitlich aus. Aber irgendwann als Kind muss ich gelernt haben, dass ich das mag. Und so ist es geblieben.

    Über den etymologischen Aspekt der Lakritze hab ich mir nie Gedanken gemacht. Ich kannte bislang die deutsche und die englische Bezeichnung, die eine weitläufige Verwandtschaft vermuten ließen.

    Immer wieder interessant, sowas.

    • admin sagt:

      Dann gerätst du sicher in niederländischen Süßwarenläden in helle Verzückung. Dort gibt’s nämlich Lakritze in allen erdenklichen Varianten und Formen (sogar in nicht jugendfreien).
      Stimmt, was einem als Kind geschmeckt hat, bleibt meistens so. Aber man kann seinen Geschmack erweitern. So hab ich jahrelang dran gearbeitet, bis ich endlich Oliven mochte. Das aktuelle Projekt (Meerrettich) läuft ebenfalls prima :-)

  3. Petra sagt:

    Lakritz – der steh ich ja sehr gespalten gegenüber: früher gehasst, jetzt selektiv :) Sprich: Ich mag nur die kleinen Pillchen aus Schweden/DK/Norwegen. “Läkerol”. Die gibt’s mit allen möglichen Geschmäckern auf Lakritzbasis … hmmmmm! Aber der profane Haribo-Rest … brrrr!

  4. Wenn Du mal nach Schweden kommst, besorg Dir trotz Deiner Lakritzabneigung mal Skåne-lakritze. Die schmeckt nämlich ganz anders als die hiesige ;-)

  5. [...] Blogbeitrag über die Wurzel von Lakritze – im wörtlichen und im doppelten Sinn – habe ich hier [...]

  6. rebhuhn sagt:

    mal eben so am rande hinempfohlen:
    bärendreck-apotheke. erstklassiges zeug, schnelle lieferung, mein leib- und magendealer. salzlakritz ist sonst in der pfalz nämlich nicht zu bekommen; pfui! ;)

  7. Jenta som liker lakris sagt:

    og lakrissjokolade, lakrisiskrem …
    Jag älskar lakrits. (Auf Schwedisch mit “t”, auf Norwegisch ohne). Softeis mit Lakritzstreusel war auch super.
    Oder um an dein nächstes Thema anzuschließen: Mér finnst lakkrís gott. Oder so ähnlich.
    Die nordischen Länder sind auch in dieser Hinsicht ein Paradies!
    Wenn es schon einen isländischen Lakritzschokoladeriegel namens “Draumur” in “33% stærri” gibt. Träume sollte man schon noch haben im Leben – gerne auch in 33% größer. ;-)

    Neu war mir, dass die Niederländer da mithalten können. Sicher schmeckt auch dort jede Sorte anders und es wäre auch für deinen Geschmack was dabei. Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich Lakritze präsentiert wird: Schnecken, Riegel, Autos, Autoreifen, Kaugummi, Schokoriegel, Eis, Stangen oder Streusel in Schokolade, Riegel auf Schokolade, mal weich, mal fest, mal zäh, mal knackig, salzig, mit Salmiak, als alkoholisches Getränk, …
    Scheinbar ist alles möglich.
    Letztes Jahr habe ich sogar Apfel-Lakritz-Marmelade gekocht. Lecker!
    Ist bestimmt einen Versuch wert, wenn du es schon mit Oliven und Meerrettich aufgenommen hast. Da gibt es ja auch viele Varianten, von denen mir auch nicht alle schmecken.
    Bärendreck-Apotheke kann ich als Bezugsquelle ebenfalls empfehlen.

    • admin sagt:

      Sag jetzt nicht, dass du neuerdings Isländisch lernst? Wobei – zuzutrauen wäre es dir :-))
      Ob die niederländische Lakritze geschmacklich mithalten kann, weiß ich nicht, weil ich sie 1. nicht probiert habe und mir 2. kein Vergleich möglich ist. Wie wäre es mal mit einer internationalen Lakritzeverkostung? Ich wäre sogar bereit, das Thema Meerrettich als erfolgreich beendet zu erklären und mit Laritze weiterzumachen. Was die Formen betrifft: In den Niederlanden gibt’s neen Schnecken und Reifen auch “erotische” Varianten …

  8. [...] screenshot Es geht hier zum vollständigen [...]

  9. 3) Ist hier jemand der mir helfen kann oder mag? :)

Anworten

AbidiText Blog

AbidiBlog
Heute schon gegrinst?
:-)

Kommentare

  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Ich würde ja gerne mal das Werbekonzept lesen, auf dem diese Peinlichkeit basiert. Da muss doch jemand sturzbetrunken und in...
  • Ladyschaft zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Und das ganze auch noch für Wiesenhof. Ausgerechnet. Bist Du 'ne würdelose Peinlichkeit!
  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Vielleicht daher das drohende "Ich bin ja jetzt auch unter die Griller gegangen" am Anfang. Erschien mir erst als ein...
  • Annette zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Vielleicht ist das Guerilla-Marketing irgendeiner Vegetarier-Vereinigung. So tät's Sinn ergeben!
  • AbidiText zu Kalorien sind ein Arschloch - Danke für das Kompliment und den Link. Frau Dokter hat völlig recht! Sag ich jetzt mal und nippe dann an...
  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Als "Experte" bei Länderspielen sieht man ihn leider viel zu oft, stimmt. Da nervt er mehr als andere Exspieler, die...

AbidiText-Blogarchiv