Das Buch der Narren

Wahrscheinlich hat mal wieder niemand dran gedacht: Heute ist Weltfernmeldetag!

Ja, den gibt’s. Und er ist sogar von der UNO anerkannt. Sicher, Ballacks Knöchel wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als diesem Aktionstag, aber irgendwer muss ja für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. Also übernehm ich das mal eben.

Heute ist ein Leben ohne Telefon nicht mehr vorstellbar. 1877 war das noch völlig utopisch. Der damalige US-Präsident Rutherford B. Hayes meinte sogar: „Eine erstaunliche Erfindung. Aber wer sollte sie jemals benutzen wollen?”
Nun, es fanden sich doch ein paar Interessenten …

Das erste Telefonbuch aller Zeiten erschien bereits ein Jahr später in Connecticut. Es enthielt gerade mal 50 Einträge. Das erste Berliner Telefonbuch stammt aus dem Jahr 1881 und hieß offiziell „Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten”. Die Berliner ignorierten die Bedeutung dieses Werkes ebenso wie die tatsächliche Anzahl der Einträge, die bei 185 lag, und nannten das Telefonbuch respektlos „Buch der 99 Narren”. Wenn man bedenkt, dass einer der ersten Sätze, die je durch ein Telefon übermittelt wurden, „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat” war, ist diese Einschätzung gar nicht mal so weit hergeholt.

Doch der Siegeszug des Telefons war nicht aufzuhalten – auch nicht in Berlin. Schon 1889 konnte Generalpostmeister Heinrich von Stephan den zehntausendsten Teilnehmer begrüßen. Bei diesen – inzwischen deutlich mehr als 99 – Narren handelte es sich vor allem um Bankhäuser, Kaufläute, Fabrikanten und Institutionen wie den Reichstag, das Polizeipräsidium oder das Landgericht.

Heute gehören Telefonbuch und Gelbe Seiten zu den bekanntesten Informations- und nicht zuletzt auch Werbemedien.

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Die jährliche Gesamtprintauflage liegt bei 32 Millionen Exemplaren. Zwei davon liegen auf einem Pfälzer Feld. Zwar ohne jeden ersichtlichen Grund, doch nicht ganz sinnlos – immerhin hätte ich ohne diesen Fund niemals entdeckt, dass heute Weltfernmeldetag ist. Und das wäre doch wirklich sehr schade …

3 Kommentare

  1. Was es alles für Tage gibt…. :shock: Mal gespannt, ob der in naher zukunft umbenannt wird – in “Tag der E-Mail” oder “Tag der VoIP” oder…
    Twittertag wird wohl nicht draus – auch wenn sich da genug Narren rumtreiben :mrgreen:

    • admin sagt:

      Ein weites Feld – wie das Foto schon zeigt. Auf jeden Fall fehlt ein Tag der Drucksachenverschwendung und ein Tag der trikotwaschenden Fußballmütter und ein Tag des Anrufbeantworters und ein Tag der windigen Finanzberater und …

  2. [...] orientierten Bevölkerung  ein Exemplar direkt an den Arbeitsplatz geliefert wurde. So sah das damals aus. Doch verregnete und stürmische Frühlingstage machten aus weißen und Gelben [...]

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Heute schon gegrinst?
:-)

Kommentare

  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Ich würde ja gerne mal das Werbekonzept lesen, auf dem diese Peinlichkeit basiert. Da muss doch jemand sturzbetrunken und in...
  • Ladyschaft zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Und das ganze auch noch für Wiesenhof. Ausgerechnet. Bist Du 'ne würdelose Peinlichkeit!
  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Vielleicht daher das drohende "Ich bin ja jetzt auch unter die Griller gegangen" am Anfang. Erschien mir erst als ein...
  • Annette zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Vielleicht ist das Guerilla-Marketing irgendeiner Vegetarier-Vereinigung. So tät's Sinn ergeben!
  • AbidiText zu Kalorien sind ein Arschloch - Danke für das Kompliment und den Link. Frau Dokter hat völlig recht! Sag ich jetzt mal und nippe dann an...
  • AbidiText zu Mann, bist du ‘ne Wurst - Als "Experte" bei Länderspielen sieht man ihn leider viel zu oft, stimmt. Da nervt er mehr als andere Exspieler, die...

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